Tomas Bächli > Kritiken

Das wohlverstimmte Klavier - Werke von Edu Haubensak

Neue Zürcher Zeitung, 05.04.2008 - Mit bedächtigen, ruhigen musikalischen Gebärden führt einen der Komponist Edu Haubensak in einen Park voller seltsamer und ungewohnter Klänge. Drei Konzertflügel stehen in einer Reihe auf der Bühne. Jeder ist mikrotonal anders gestimmt, hat eine je eigentümliche, durch die Veränderung der Saitenstimmung bewirkte Klangfarbe, die weit weg ist von der uns so vertrauten Farbe des wohltemperierten Klavierklangs. Drei Charaktere also, und jedem von ihnen hat der Komponist gleichsam ein Werk «auf den Leib» geschrieben.

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Entdeckungen

Neue Zürcher Zeitung, 31.01.2008 - Erich Itor Kahn (1905-1956) hat grosse Musik komponiert - für die Schublade. Er war vor allem als Kammermusiker bekannt, scheute als Komponist aber die Öffentlichkeit. Er wirkte in Frankfurt, war als jüdischer Musiker 1933 zur Emigration nach Paris gezwungen, entkam 1941 den Nazi-Schergen knapp und emigrierte erneut, diesmal nach New York. Zu seinen engen Freunden zählte unter anderen der Schweizer Komponist und Dirigent Erich Schmid. Die Sopranistin Eva Nievergelt und der Pianist Tomas Bächli haben im Theater Rigiblick drei Werke Kahns zur Diskussion gestellt und sie in ein musikalisches Umfeld gebettet, das dem Komponisten entsprach.

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Wie des Mondes Abbild zittert

Berliner Zeitung, 01.03.2007 - Am 7. September des vorigen Jahres wäre der Komponist Philip Herschkowitz hundert Jahre alt geworden. Kaum jemand hat von seinem Tod Notiz genommen; wie soll man sich auch für einen Komponisten interessieren, dessen Musik keiner kennt? Nur der Schweizer Pianist Tomas Bächli veröffentlichte einen kurzen Gedenktext in der "Süddeutschen Zeitung", in dem es hieß: "Die Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts ist noch lange nicht zu Ende geschrieben."

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Veränderte Klavier-Luft

Neue Zürcher Zeitung, 03.02.2004 - Kaum ein Instrument ist mehr mit der westlichen Kultur und ihrer Geschichte verbunden als das Klavier: Es ist ein Klang-Werkzeug, das in der einst als Kompromiss berechneten gleichschwebend temperierten Stimmung stabile Tonhöhen hervorbringt. Plötzlich kommt ein Komponist und beginnt, daran etwas Zentrales zu verändern, nämlich ausgerechnet die in den vergangenen fast drei Jahrhunderten so fest zementierte Stimmung. Seit anderthalb Jahrzehnten experimentiert Edu Haubensak mit veränderten Stimmungen. Vier grössere Werke - zwischen 1993 und 2002 entstanden - wurden vom Pianisten Tomas Bächli im Radiostudio Zürich vorgestellt.

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Jahrhundertwanderung

Neue Zürcher Zeitung, 19.06.2002 - Siebzehnjährig emigrierte der 1924 in Bratislava geborene Komponist Yehoshua Lakner nach Palästina, wo er seine Ausbildung abschloss. Weitere Studien führten ihn zu Aaron Copland nach Tanglewood und ans Studio für elektronische Musik des Westdeutschen Rundfunks in Köln. Seit 1963 lebt er in Zürich und beschäftigt sich heute vorwiegend mit audiovisueller Gestaltung.

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